Wer sein Tattoo lasern lassen will, fragt fast immer zuerst: Wie viele Sitzungen brauche ich? Die zweite Frage ist mindestens so wichtig, wird aber seltener gestellt: Wie viel Zeit muss zwischen den Sitzungen liegen, und warum? Davon hängt ab, wie lange die ganze Entfernung dauert, wie gut deine Haut sie verträgt und wie du sie in deinen Alltag einbaust.
In diesem Artikel erfährst du, warum wir bei der Tattooentfernung mit dem PicoSure-Laser in der Regel rund 6 Wochen Pause zwischen zwei Behandlungen einplanen, was in dieser Zeit in deiner Haut passiert und wann ein längerer Abstand sogar sinnvoll ist.
Abstände zwischen den Sitzungen beim Tattoo lasern: der Grundsatz
Bei uns liegen zwischen zwei Behandlungen in der Regel rund 6 Wochen. Das ist keine willkürliche Zahl und auch keine Masche, um mehr Termine zu verkaufen. Der Abstand ergibt sich aus zwei Vorgängen, die beide Zeit brauchen:
- Die Haut muss abheilen. Nach jeder Sitzung ist die behandelte Stelle gereizt, oft gerötet und leicht geschwollen, manchmal bilden sich Bläschen oder eine feine Kruste. Erst wenn die Haut wieder vollständig intakt und beruhigt ist, sollte sie erneut behandelt werden.
- Dein Körper muss die Farbpartikel abtransportieren. Der Laser selbst entfernt keine Tinte. Er zerkleinert die Pigmente nur. Den Abtransport übernimmt dein Körper, und das dauert Wochen.
Die Heilung der Oberfläche ist meist nach ein bis zwei Wochen abgeschlossen. Der Abbau der Farbe läuft aber noch deutlich länger weiter. Deshalb ist «die Haut sieht wieder normal aus» noch kein Grund, die nächste Sitzung vorzuziehen.
Was zwischen zwei Sitzungen in deiner Haut passiert
Der Laser zerkleinert, der Körper räumt auf
Tattoofarbe sitzt in der Lederhaut, also in einer tieferen Hautschicht. Die Pigmentpartikel sind zu gross, als dass dein Körper sie von selbst wegschaffen könnte. Darum bleibt ein Tattoo ja auch jahrzehntelang sichtbar.
Der PicoSure-Laser arbeitet mit extrem kurzen Pulsen im Pikosekundenbereich. Diese Energie zerschlägt die Pigmente in sehr kleine Fragmente. Erst diese kleinen Teilchen kann das Immunsystem aufnehmen und über das Lymphsystem abtransportieren. Dieser Prozess beginnt direkt nach der Behandlung und zieht sich über viele Wochen hin.
Warum das Tattoo nach einer Sitzung weiter verblasst
Viele sind überrascht: Direkt nach der Behandlung sieht das Tattoo oft kaum heller aus, manchmal wirkt es durch die Rötung sogar kurz dunkler. Die eigentliche Aufhellung zeigt sich erst nach und nach in den Wochen danach. Würdest du schon nach zwei oder drei Wochen erneut lasern, würdest du einen Teil dieses Effekts gar nicht abwarten und die Haut unnötig belasten.
Was passiert, wenn die Abstände zu kurz sind?
Die Vorstellung ist verständlich: Mehr Sitzungen in kürzerer Zeit, also schneller fertig. In der Praxis geht diese Rechnung nicht auf.
- Kein schnellerer Abbau: Dein Körper transportiert die Partikel in seinem eigenen Tempo ab. Häufigere Behandlungen beschleunigen das nicht.
- Mehr Stress für die Haut: Wird Haut behandelt, die noch nicht vollständig regeneriert ist, steigt das Risiko für Reizungen, Pigmentveränderungen und im ungünstigen Fall für Narben.
- Schlechter beurteilbar: Erst mit genügend Abstand sieht man, wie stark das Tattoo wirklich aufgehellt ist, und kann die nächste Behandlung passend einstellen.
- Mehr Kosten ohne Mehrwert: Jede Sitzung kostet Geld. Eine zu früh angesetzte Behandlung bringt oft weniger, als sie kostet.
Wann ein längerer Abstand sinnvoll ist
Die 6 Wochen sind ein Richtwert, kein Gesetz. Länger zu warten schadet nicht. Der Körper baut die zerkleinerten Pigmente auch nach Woche sechs weiter ab. In manchen Situationen planen wir bewusst mehr Zeit ein:
- Langsame Heilung: Wenn die Haut nach einer Sitzung länger gerötet oder empfindlich bleibt, wartet man, bis sie wirklich ruhig ist.
- Körperstellen fern vom Rumpf: An Unterschenkeln, Knöcheln oder Füssen heilt die Haut oft etwas langsamer als am Oberkörper.
- Dunklere Hauttypen: Hier wird die Haut besonders schonend behandelt, und eine etwas längere Pause kann sinnvoll sein.
- Sonne und Ferien: Gebräunte Haut sollte nicht gelasert werden. Wer im Sommer zwei Wochen am Meer verbringt, schiebt die nächste Sitzung besser etwas hinaus.
- Krankheit oder Stress: Wenn du gerade krank bist, ist es meist sinnvoll, den Termin zu verschieben.
Musst du eine Sitzung verschieben, ist das kein Rückschritt. Das Tattoo «erholt» sich nicht und wird auch nicht wieder dunkler. Bereits aufgehellte Farbe bleibt aufgehellt.
Rechenbeispiel: Tattoo in drei Sitzungen – wie lange dauert das?
Ein kleines, schwarzes Tattoo braucht manchmal nur wenige Sitzungen, etwa drei. Mit den Abständen sieht der Zeitplan ungefähr so aus:
- Sitzung 1: Start, zum Beispiel Anfang November.
- Sitzung 2: rund 6 Wochen später, also Mitte Dezember.
- Sitzung 3: wieder rund 6 Wochen später, Ende Januar.
- Ergebnis beurteilen: Nach der letzten Sitzung lohnt es sich, nochmals einige Wochen zu warten, bis der Abbau abgeschlossen ist.
Selbst bei nur drei Sitzungen solltest du also mit rund vier Monaten rechnen, bis du das Endergebnis siehst. Ob es wirklich bei drei bleibt, lässt sich vorher nicht garantieren.
Bei grösseren oder farbigen Motiven sieht es anders aus. In der Regel braucht es 3 bis 10 Behandlungen. Wie viele es bei dir werden, hängt von Farbe, Alter des Tattoos, Tintenmenge, Körperstelle und Hauttyp ab. Schwarz und Blau lösen sich am schnellsten, Grün und Gelb brauchen deutlich mehr Sitzungen. Bei zehn Sitzungen mit je 6 Wochen Abstand bist du schnell bei über einem Jahr. Das klingt lang. Wer es aber von Anfang an weiss, kann gelassen planen und wird nicht ungeduldig.
So planst du die Sitzungen in deinen Alltag ein
Jahreszeiten mitdenken
Weil die Behandlung sich über Monate zieht, lohnt sich ein Blick in den Kalender. Herbst und Winter sind praktisch: Die Haut ist weniger der Sonne ausgesetzt und die behandelte Stelle lässt sich leicht unter Kleidung schützen. Im Sommer geht es auch, dann sind aber konsequenter Sonnenschutz und gute Abdeckung Pflicht.
Fixe Termine früh reservieren
Es hilft, die nächste Sitzung jeweils gleich nach der aktuellen zu vereinbaren. So bleibt der Rhythmus stabil, und du musst nicht jedes Mal neu überlegen. Wichtige Anlässe wie Ferien, eine Hochzeit oder ein Shooting kannst du dabei direkt berücksichtigen.
Anreise aus der Region Schaffhausen
Behandelt wird im Studio in Kreuzlingen, rund 45 Minuten von Schaffhausen. Bei einem Abstand von rund 6 Wochen bedeutet das nur etwa acht bis neun Fahrten pro Jahr, egal ob du aus Neuhausen, Stein am Rhein, dem Klettgau oder aus Singen kommst. Viele legen den Termin auf einen freien Nachmittag oder verbinden ihn mit einem Ausflug an den Bodensee. Mit Zug oder Auto ist Kreuzlingen gut erreichbar.
Kosten über die Zeit verteilt
Ein angenehmer Nebeneffekt der Abstände: Die Kosten verteilen sich über Monate. Bei uns kostet eine Behandlung für ein Tattoo von etwa 5×5 cm CHF 200, für 10×10 cm CHF 350 und für 15×15 cm CHF 550. Sehr kleine Tattoos gibt es ab CHF 50, farbige Motive sind etwas teurer. Wenn du das Tattoo nur für ein Cover-up aufhellen willst, kommt ein Zuschlag von CHF 59 dazu. Den verbindlichen Preis für die erste Behandlung bekommst du über den Online-Preisrechner, die Erstberatung ist kostenlos.
Was du zwischen den Sitzungen selbst tun kannst
Den Abtransport der Farbe kannst du nicht erzwingen. Du kannst aber gute Bedingungen schaffen:
- Nachsorge ernst nehmen: Die behandelte Stelle sauber halten, nicht kratzen, Krusten nicht abziehen.
- Sonne meiden: Die Stelle abdecken und nach der Heilung konsequent mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen.
- Gesund leben: Ausreichend Schlaf, Bewegung und genug trinken unterstützen den Körper. Rauchen kann die Heilung dagegen bremsen.
- Veränderungen melden: Wenn dir etwas an der Haut ungewöhnlich vorkommt, melde dich lieber einmal zu viel als zu wenig, per WhatsApp oder Telefon unter +41 79 413 27 61.
Fazit
Die rund 6 Wochen zwischen den Sitzungen sind kein Leerlauf, sondern ein wichtiger Teil der Behandlung. In dieser Zeit heilt deine Haut ab, und dein Körper transportiert die zerkleinerten Farbpartikel ab. Kürzere Abstände machen die Entfernung nicht schneller, belasten aber die Haut. Längere Abstände schaden dagegen nicht. Wer das von Anfang an einplant, also eher Monate als Wochen, erlebt die Tattooentfernung entspannter und gibt seiner Haut die besten Chancen auf ein gutes Ergebnis. Wie viele Sitzungen es bei deinem Tattoo voraussichtlich braucht und wie sich das zeitlich verteilt, lässt sich in einer persönlichen Beratung am besten einschätzen.
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